Wartung und Pflege von Streichinstrumente und Bögen



Saiten und Wirbel

Saitenprodukt1

Saiten und Wirbel
 Kolophoniumrückstände auf Saiten regelmäßig mit Alkohol oder Saitenreiniger entfernen
 Lackflächen niemals mit Alkohol oder Saitenreiniger berühren
 blanke Darmsaiten im Griffbereich mit Saitenöl einreiben
 Schlaufe am Endevon Darmsaiten nicht zumDurchziehen verwenden (ist aufgrund der notwendigen Knotengröße fertigungstechnisch bedingt)
 Aufziehen von Saiten: durch Saitenloch im Wirbel gezogenes Ende einmal quer unter zweite Wicklung legen, Saite dicht und gleichmäßig zum Wirbelkopf hin aufwickeln - Saitenzug zieht Wirbel in Wirbelkasten hinein
 bei komplettem Saitenwechsel Saiten einzeln austauschen
 bei Druckentlastung (alle Saiten entspannt) kann Stimmstock verrutschen oder umfallen > Saiten abspannen, Instrument zum Geigenbauer bringen
 bei Saitenwechsel Steg- und Obersattelkerben mit weichem Bleistift einreiben (Kerben dürfen nicht zu eng oder zu stark gekrümmt eingefeilt sein)
 Griffbrett und Obersattel Saiten mit defekter Umspinnung im Obersattelbereich sofort austauschen (Kerben werden sonst kantig gerieben)
 Umspinnungsdefekte im Griffbrettbereich führen zu quer verlaufenden Kratzern auf der Griffbrettoberfläche (Saiten austauschen)
 Saiten gelegentlich um 180° verdrehen > plattgedrückte Stellen werden sichtbar (Saiten sind quintenunrein, Umspinnung reißt in Kürze)
Saitenprodukt1
 Griffbrettoberfläche wird durch Saitenschwingungen abgenutzt > Saiten werden beim Greifen in Vertiefung gedrückt
 an benachbarten weniger abgenutzten Stellen schlägt Saite auf (Klirrgeräusch zuerst bei gezupften Tönen, später auch beim Steichen)
 Griffbrettabziehen immer vom Geigenbauer ausführen lassen (nicht nur Unebenheiten müssen beseitigt werden, auch Quer- und Längsprofil muss wiederhergestellt und Obersattel korrigiert werden)
 bei komplett abgenommenem Saitenbezug Leimverbindung Obersattel / Griffbrett prüfen (gelösten Obersattel nie mit Kaltleim oder Kunstharzkleber selbst anleimen > Holzporen verschließen sich - Warmleim kann später keine feste Verbindung eingehen)
 Leimverbindung Griffbrett / Hals regelmäßig prüfen
 bei gelösten stellen, Saiten sofort entspannen und Instrument zum Geigenbauer bringen (Hals kann sich unter Saitenspannung verziehen)
 Wirbel: Laufflächen der Wirbel gelegentlich nachschmieren (graphithaltige Wirbelpaste z.B. Hill verwenden)
 währendder Heizperiode Schwund des Holzes durch Eindrücken der Wirbel ausgleichen
 schlecht passende Wirbel vom Geigenbauer nachpassen oder erneuern lassen
 nicht ohne geeignetes Spezialwerkzeug Wirbelpassung nacharbeiten > Gefahr von Wirbelkastenrissen (Steigung des Konus am Wirbelschaft muss zum Ausschluss von Fehlbelastungen genau passend den zugehörigen Löchern im Wirbelkasten sein)
 bei durch Abnutzung stark durchgerutschten Wirbeln, gelegentlich Position des Saitenloches prüfen (ggf. lässt sich Wirbel mit durchgesteckter Saite nicht tief genug eindrücken)



Saitenprodukt3        Saitenprodukt4



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